Legendäres ”Kommissbrot” der Heimatstube gestiftet
OLDTIMER / Zum 85. Geburtstag von Siegfried Grösche erhielt sein berühmter Hanomag ein neues Zuhause 

Brunkensen (tja). Siegfried Grösches Hanomag ”Kommissbrot” hat eine neue Heimstätte bekommen. Ab sofort ist der 1926 gebaute legendäre Kleinwagen in einem eigenen Raum in der Brunkenser Heimatstube ausgestellt. Offiziell wurde der Oldtimer am Donnerstag Mittag anlässlich des 85. Geburtstages seines Besitzers übergeben. Schon mit acht Jahren saß Siegfried Grösche am Steuer eines Pkw. ”Ich bin praktisch vom Kinderwagen ins Auto gefallen”, pflegt er stets zu scherzen, wenn die Sprache auf seine Leidenschaft für Autos kommt. Als er 1930 mit 14 Jahren eine Lehre als Autoschlosser und -händler bei Wiegand & Striehne in Alfeld begann, kauften sein Vater und er für 50 Mark einen vier Jahre alten Hanomag ”Kommissbrot”. Seitdem befindet sich das unverwüstliche Vehikel im Besitz des Alfelder Originals. Vier Jahre musste der angehende Autoschlosser danach noch warten, ehe er endlich den Führerschein machen durfte! Den zweiten Weltkrieg erlebte Siegfried Grösche als Fachmann für Kraftfahrzeuge an allen Fronten. 


 
Seit 1930 befindet sich das ”Kommissbrot” im Besitz von Siegfried Grösche. 
Ab sofort wird es in der Heimatstube Brunkensen ausgestellt. Foto (di): Jahns  

1952 war er am Ziel seiner beruflichen Wunsche: Der gebürtige Alfelder bestand die Meisterprüfung und eröffnete in seinem Heimatort an der Goethestraße eine Renault-Werkstatt Anfang der 60er Jahre, als sein Betrieb Fuß gefasst hatte, machte der Autonarr sein ”Kommissbrot” wieder flott und unternahm damit viele Touren. Mit beinahe 80 Jahren beteiligte sich der Alfelder im Juni 1995 an einer legendären Städtefahrt. Auf den Spuren des ”Eisernen Gustav” steuerte er seinen Hanomag vom Eiffelturm in Paris über eine Strecke von 1234 Kilometer bis durch das Brandenburger Tor in Berlin. So wurde aus dem ”Eisernen Gustav” der ”Eiserne Siegfried”. Auch den Umbau des Ausstellungsraumes im gräflichen Gut in Brunkensen bezahlte er aus eigener Tasche. ”Rund ein Jahr dauerten die Vorbereitungen vom ersten Gespräch bis zur Ausstellung des Hanomags”, betonte der Vorsitzende des örtlichen Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Christian-Herbert Peine, gestern vor zahlreichen Gästen bei einem Rundgang durch die Heimatstube. In dem ehemaligen Stallgebäude sind außer dem Kleinwagen auch etliche Werkzuge aus Siegfried Grösches Betrieb ausgestellt. 
Das Kommissbrot mit seinen zehn Pferdestärken und einer Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde wird in einem Raum präsentiert, in dem bereits vor 76 Jahren eine 1-PS-Berühmtheit nächtigte: Graf Rudolfs Pferd ”Harras”. Es hatte 1926 den ”Großen Preis von Berlin” gewonnen und war in jenen Tagen eines der bekanntesten deutschen Rennpferde.

(Alfelder Zeitung vom 16.2.2001)

(Am 3.8.2001 verstarb Siegfried Grösche im Alter von 85 Jahren)

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